Titan oder Keramik? - Zahnimplantate im Vergleich

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Implantate: Titan oder Keramik?

Sie haben sich für ein Implantat als Zahnersatzlösung entschieden und sind mit Ihrem Zahnarzt in der Planung der Realisation. Die Wahl Ihres Implantats ist auch eine Frage des Materials, woraus eine künstliche Zahnwurzel nun bestehen soll. Zwei Materiallösungen haben sich in der Implantologie bis heute etabliert:
Titan und Keramik.

Titan

Titan Implantatewurde als Material zum Zwecke der Implantation durch einen Zufall entdeckt. In Versuchen zeigte sich, als rein zufällige Erkenntnis, dass Titan mit den Knochen der Tieren verwachsen war, als man Titanröhrchen mit Medikamenten eingesetzt hatte. Der Versuch, nach Abschluss der Tests, die Titanröhrchen zu entfernen, scheiterte. Aufgrund der elektrochemischen Neutralität von Titan kam es zu keiner Immunabwehrreaktion. Die Knochenzellen lagerten sich ganz dicht an der Titanoberfläche ab und umschlossen diese.

Von da an machte man sich diese Eigenschaft in der Implantologie zunutze. Weil Titan keinerlei Immunreaktion hervorruft, ist es allgemein sehr gut verträglich. Die Integration des Titans in das Knochengewebe des Kiefers lässt sich durch speziell beschichtete Oberflächen mittlerweile beschleunigen. So wird schlussendlich dieselbe Belastbarkeit wie beim gesunden Zahn erzielt. Hinzu kommt, dass Titan sehr stabil und im Rahmen der Implantation 100% bruchsicher ist. Seit einigen Jahrzehnten ist Titan das erprobte Material schlechthin in der Implantologie.

Keramik

Keramik ImplantateLange Zeit hat man nach einer ebenbürtigen Alternative für Titan gesucht, um Patienten mit Metallunverträglichkeit eine sichere Lösung zu bieten. Ebenso wollte man die ästhetischen Gesichtspunkte der Titanimplantate verbessern. Nachdem zunächst mit Aluminiumoxid-Keramik nicht die qualitativ angestrebten Ergebnisse erzielt wurden, fand man eine sehr gute Lösung in Zirkonium-Keramik.

In seiner sprachlichen Bedeutung hat Zirkon arabische Wurzeln. Übersetzt bedeutet es so viel wie “Gold“, was möglicherweise dadurch zu rechtfertigen ist, da Porzellan, woraus die Keramik hervorging, auch in unseren Kulturkreisen als “weißes Gold“ bezeichnet wurde.

Als weißes Gold könnte sich Zirkonium-Keramik auch in der Implantologie erweisen. Denn anders als Metall gibt Zirkonium-Keramik keine Stoffe an umliegendes Gewebe ab und ist absolut verträglich. Die Farbe entspricht jener der Zähne, wodurch Implantate aus Zirkonium-Keramik insbesondere bei zurückgehendem Zahnfleisch einen Vorteil gegenüber Titan haben. Das macht solche Implantate zweifelsohne zur ästhetisch fortschrittlichsten Variante. In puncto Lebensdauer steht Zirkonium-Keramik dem Titan in nichts nach und wächst ebenso mit dem Kieferknochen zusammen.

Als kleiner Wermutstropfen bleibt, dass Keramik nicht so beschichtet werden kann wie Titan und somit etwas langsamer, aber letztlich dennoch genauso gut, in das Knochengewebe einwächst. Außerdem ist Keramik, anders als Titan nicht überall einsetzbar und kostet mehr.

Implantatmaterialien im Vergleich

Verträglichkeit Titan
Zirkonium-Keramik
sehr gut, kaum Unverträglichkeiten
sehr gut, keine Unverträglichkeiten bekannt
Bruchfestigkeit Titan
Zirkonium-Keramik
sehr hoch
hoch bis sehr hoch
Lebensdauer Titan
Zirkonium-Keramik
sehr hoch
sehr hoch
Ästhetik Titan
Zirkonium-Keramik
gut
ideal
Einheilung Titan
Zirkonium-Keramik
sehr gut
allgemein sehr gut
Erfahrungswerte Titan
Zirkonium-Keramik
exzellent; seit Jahrzehnten erprobt
bis jetzt sehr gut; noch sehr junges Material

Fazit

Sowohl Titan als auch Zirkonium-Keramik haben jeweils klare Argumente auf ihrer Seite, die sich in der Summe ausgleichen. Wo das seit Jahrzehnten erprobte Titan vor allem durch höchste Stabilität und rascher Integration in das Knochengewebe die Argumente auf seiner Seite hat, glänzt Zirkonium-Keramik mit unübertroffener Ästhetik und absoluter Verträglichkeit. Verschiedene medizinische Faktoren, sowie die individuellen Wünsche des Patienten entscheiden, welches Material gewählt wird. In Fragen der Wahl des richtigen Materials beraten wir Sie
gerne persönlich
.

 

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Dr. Stephan Meurer und Dr. Panagiotis Palazis
Zahnärzte

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